Etappe 6: Konstanz- Stein am Rhein

Start: Kreuzlingen, Hafen
Ziel: Stein am Rhein, Rheinbrücke
Anforderungen: ca. 31 km, ca 100 Höhenmeter
Verlauf: Kreuzlingen – Gottlieben – Ermatingen – Salenstein-Mannenbach – Berlingen – Steckborn – Mammern – Eschenz – Stein a.R.

Karte Bodensee-Radweg Etappe 6

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Kreuzlingen

Kreuzlingen ist die größte Schweizer Stadt am Bodensee und bildet trotz “trennender” offener Kunstgrenze eine städtebauliche Einheit mit dem benachbarten Konstanz.

Kulturhistorisch hat die quirlige Einkaufsstadt nicht sehr viel zu bieten. Sehenswert ist allerdings die Barockkirche des ehemaligen Augustinerklosters die eine Reliquie des Kreuzes Christi aufbewahrt. Durch diese hat die heute noch nicht einmal 200 Jahre alte Stadt auch ihren Namen erhalten.

Ebenfalls sehenswert ist das von ausgedehnten Parkanlagen umgebene Seemuseum, direkt am Bodensee-Radweg.

Es beherbergt ein hochinteressantes Museum zur Fischerei und Seefahrt auf dem Bodensee. Besonders eindrucksvoll sind die Ausstellungsstücke zur Dampf- und Segelschifffahrt. Zudem wird man über die Verarbeitung der Fische, die Jagd und die heimischen Vögel informiert. Abschließend wird die Veränderung des Sees unter Berücksichtigung der touristischen Entwicklung dokumentiert.

In mal mehr mal weniger enger Zusammenarbeit mit Konstanz richtet Kreuzfingen alljährlich das Seenachtfest aus. Zehntausende Besucher aus ganz Süddeutschland und der Schweiz überfluten dann die beiden Städte. Abschluss der gigantischen Veranstaltung sind zwei getrennt durchgeführte Brillantfeuerwerke beider Städte, die zusammengenommen ihresgleichen suchen.

Wegbeschreibung

Der beste Weg durch den Städtebrei von Konstanz und Kreuzlingen in Richtung Gottlieben führt am Seeufer entlang über Konstanzer Gebiet.

Dazu fährt man am Kreuzlinger Hafenbecken und der Eissporthalle geradeaus weiter bis vor den kleinen Grenzübergang von “Klein Venedig”.

Links in die Freistraße einbiegen, kurz bergauf zur Haupstraße und auf ihr rechts in Richtung Hauptzoll in der Schweiz bleiben, links in die Brückenstraße einbiegen und an der Grenze entlang zum Emmishofer Zoll.

Über die Grenze nach Konstanz fahren, gleich links einbiegen, den Döbeleplatz queren und wiederum links einbiegen.

Ziemlich geradeaus haltend fährt man durch die verkehrsberuhigte Döbelestraße und den Alten Graben bis zur Brücke über die vierspurige Europastraße.

Variante:

Seenaher ist folgende Route:

Am Grenzübergang “Klein Venedig” geradeaus weiter, am Sea-Life vorbei und durch den Konstanzer Hafenbezirk hindurch weiter an der Bahnlinie entlang bis vor die Alte Rheinbrücke.

Links unter ihr hindurch auf die andere Straßenseite und auf dem Radweg weiter rheinabwärts.

Immer am Ufer entlang fährt man, an der Fachhochschule vorbei, am Rand des Stadtteils Paradies entlang.

Nach der neuen Brücke des Autobahnzubringers links durch ein kleines Wohnviertel zum Gottlieber Zoll radeln.

Beide Routen treffen sich am Grenzübergang.

In der Schweiz folgt man der Tägerwiler Straße für einen knappen Kilometer und biegt dann rechts ab. Durch Gemüsefelder und Schilfzonen geht es am Rhein entlang ins beschauliche Gottlieben.

Gottlieben

Drachenburg und Waaghaus bilden in Gottlieben weitum eines der schönsten Beispiele Ostschweizer Riegelbauweise. Sie beherbergen heute ein schönes Hotel mit guter Küche.

Überhaupt glänzt das winzige Dörfchen am Seerhein mit einigen ausgezeichneten Restaurants und einer ganz besonderen süßen Spezialität, den berühmten Gottlieber Hüppen.

Die wuchtige, hinter hohen Mauern verborgene Burganlage ist Wohnsitz der Opernsängerin Lisa della Casa und war einst eine Nebenresidenz der Konstanzer Bischöfe.

1971 stufte der Eidgenössische Denkmalschutz den ganzen Ort Gottlieben in die zweithöchste Stufe der erhaltenswerten Gemeinden ein und erwies damit dem bauhistorischen Wert die gebührende Referenz.

Wegbeschreibung

Zwischen Schilfgürteln und Feldern geht es von Gottlieben in Richtung Triboltingen, das man aber jenseits der Bahnlinie links liegen lässt. Auch weiterhin gibt die Eisenbahnstrecke die Richtung vor.

Der Bodensee-Radweg führt mit schönen Ausblicken durch das Röhricht über den Untersee zum Seedamm der Insel Reichenau bis ins nicht weit entfernte Ermatingen.

Ermatingen

Alte Fischerhäuser mit schönem Fachwerk bilden die Front von Ermatingen zum See hin, aber auch im Dorf selbst findet man noch viele schöne Beispiele der Ostschweizer Zimmermannskunst.

In Ermatingen steht mit dem Hotel Adler eines der ältesten Gasthäuser der Schweiz. Schon der Französische Kaiser Napoleon III. hat hier genächtigt.

Eine weitere Besonderheit des kleinen Ortes ist der im dreijährigen Turnus stattfindende Umzug zur Groppen-Fasnacht. Drei Wochen vor Ostern, also mitten in der Fastenzeit, wenn das bunte Narrentreiben anderswo längst abgeklungen ist, erlebt Ermatingen mit dem großen Groppen-Umzug seinen Höhepunkt.

Mehr als 20.000 Narren und Schaulustige wohnen dem einzigartigen Fischer-, Frühlings- und Fasnachtsumzug bei. Namensgebend ist die Groppe, ein kleiner Fisch, der heute kaum mehr vorkommt. Aber es ist keine 100 Jahre her, dass die Groppen mit Schleppnetzen zu Tausenden aus dem See gezogen wurden.

Entstanden sei diese spezielle Fasnacht im Zusammenhang mit dem Konstanzer Konzil.

Der damalige Gegenpapst Johannes XXIII floh am 20. März 1415 als Botenreiter verkleidet und kam so nach Ermatingen. Dort hat ihn der Pfarrer Unterschlupf gewährt und mit Wein, Brot und gebackenen Groppen bewirtet.

Darauf hin soll Johannes XXIII. den Ermatingern zum Dank erlaubt haben, nach dreiwöchigem Fasten nochmals einen Festschmaus zu feiern.

Wegbeschreibung

Man kann durch Ermatingen sowohl direkt entlang der Bahnlinie und der Hauptstraße radeln, als auch viel schöner die weit in den See hineinragende Landzunge umfahren.

So kommt man auch zum Hafen mit seiner schönen Häuserfront Kurz vor dem Strandbad treffen beide Routen wieder aufeinander und führen auf einem schmalen Landstreifen zwischen Bahnlinie und Seeufer nach Mannenbach-Salenstein.

Schloss Arenenberg

Hoch über dem Seeufer, auf einem vom eigentlichen Seerücken abgesetzten Hügel, thront Schloss Arenenberg.

Das eher unscheinbar wirkende Schloss ist eines der historisch wichtigsten Gebäude der Bodenseeregion. 1546 vollendet und mehrfach umgebaut war es Wohnstatt der im Exil lebenden Hortense de Beauharnais, Stieftochter und Schwägerin von Napoleon Bonaparte nach ihrer Vertreibung aus Frankreich.

Ihr Sohn Kaiser Napoleon III. hat hier seine Jugendjahre verbracht.

Seine Ehefrau Kaiserin Eugenie schenkte es 1906 dem Kanton Thurgau, der darin das heute so sehenswerte Napoleonmuseum einrichtete.

Info: www.napoleonmuseum.ch.

Schlösser

Das Thurgauer Seeufer ist von Schlössern geradezu übersäht.

Über Tägerwilen sind die pittoresken Türme von Schloss Castel zu sehen. Zu dessen Füßen finden auf der Freilichtbühne von Schloss Girsberg alljährlich sehenswerte Theatervorführungen statt.

Hoch über Ermatingen erhebt sich stolz Schloss Wolfsberg, in dem heute ein Seminarhotel residiert.

Salenstein selbst hat neben dem Arenenberg noch zwei weitere Schlösser. Ein Stück rechts oberhalb erkennt man die Dächer von Schloss Salenstein, während sich das abseits gelegene Gut Eugensberg gut geschützt hinter hohen Hecken und Zäunen versteckt.

Ganz in der Nähe stehen auf einem steilen Bergsporn über Bedingen die kümmerlichen Reste der Burg Sandegg.

Wegbeschreibung

Der Bodensee-Radweg bleibt ungerührt aller Dramen und Ereignisse um die Schlösser seiner Linie treu und führt stets am See entlang weiter nach Berlingen.

Berlingen

In Berlingen lebte der Maler Adolf Dietrich. In seinem Wohnhaus ist ein kleines Museum eingerichtet das sich der naiven Kunst widmet. Gleich gegenüber hat man das 1939 von ihm verewigte “Nachbargärtchen” wieder für die Öffentlichkeit hergerichtet.

Wegbeschreibung

Ohne dass sich die Richtung der Route ändert, geht es am nun schmalen und von Felswänden überragten Uferstreifen zwischen Bahn- und Uferlinie weiter ins benachbarte Steckborn.

Zuletzt muss man auf der engen Hauptstraße durchs “Städtli” bis zum Hafen radeln.

Steckborn

Auch in Steckborn prägen wieder malerische Riegelhäuser die Straßenszenen des uralten Städtchens.

Vom Hafen, den man durch einen versteckten Torbogen erreicht, hat man einen schönen Blick auf die gegenüberliegende Höri, nach Radolfzell und auf das Wahrzeichen von Steckborn. Der wuchtige Turmhof ist durch seine Lage direkt am Seeufer und seine vielen Hauben und Turmspitzen eines der beliebtesten Postkartenmotive am Untersee und beherbergt ein besuchenswertes Heimatmuseum.

Steckborn ist auch Heimat des weit über die Schweizer Grenzen hinaus bekannt gewordenen Nähmaschinenherstellers Bernina, in dessen Produktionshallen ein Museum eingerichtet ist.

Wegbeschreibung

Steckborn wird auf der Hauptstraße durchfahren, bis der Radweg von dieser abzweigt. Ausnahmsweise diesmal aber nicht zum See hinunter, sondern am Kreisel links bergauf über die Bahnlinie hinweg und sofort danach rechts ab.

Es geht um die Seminarwerke herum und weiter oberhalb der Bahnlinie entlang bis kurz vor Schloss Glarisegg.

Hier wechselt die Route wieder über die Bundesstraße hinweg, nicht aber über die Bahn.

Etwas eingezwängt zwischen Straße und Gleisen geht es so auf direktem Weg nach Mammern.

Mammern

Der kleine Uferort Mammern hat mehr zu bieten als man auf den ersten Blick ahnt.

Jedoch sind die interessantesten Sehenswürdigkeiten nur mit viel Schweiß hoch über dem Ort erreichbar.

So steht der mächtige Bergfried der Ruine Neuburg auf einem Bergsporn auf halber Höhe des Seerückens -für “normale” Radfahrer fast unerreichbar. Sie war die größte Burg am Untersee. Heute stehen ihre romantischen Ruinen mitten im Wald und sind ein beliebtes Ausflugsziel.

Ebenfalls weit oben steht die Wallfahrtskirche Klingenzell in aussichtsreicher Lage über dem hier fast fjordartigen Untersee.

Ein Stück weiter sieht man den Turmhelm von Schloss Freudenfels, das schon auf Eschenzer Gebiet liegt.

Wegbeschreibung

Kurz vor Mammern mündet der Radweg auf die Hauptstraße, zweigt aber nach der Brücke schon wieder von dieser ab und führt links kurz bergauf über die Bahnlinie hinweg, dann rechts am Bahnhof entlang.

In Folge geht es stets oberhalb der Bahn mit herrlicher Aussicht auf Stein am Rhein und den Schiener Berg bis ins benachbarte Eschenz.

Insel Werd

Zu Füßen von Schloss Freudenfels breitet sich Eschenz auf einem flachen Landstreifen zwischen Seerücken und dem hier nur noch flussbreitem Untersee aus.

Die größte Sehenswürdigkeit der Gemeinde ist das auf der kleinen Insel Werd gelegene Franziskanerkonvent mit der St. Otmarskapelle.

Von der Insel bietet sich ein schöner Blick auf das nahe Stein am Rhein und das Ende des Bodensees. Wer Ruhe und Stille sucht wird sie im kleinen Klosterpark bestimmt finden.

Im Winter bieten die seichten Gewässer ideale Bedingungen für Wasservögel, die sich zu Zehntausenden hier versammeln.

Wegbeschreibung

ln Eschenz führt die Radroute erst am Bahnhof vorbei, überquert dann die Bahn und führt hinab zur Hauptstraße. Diese wird schräg überquert und schon ist man wieder in ruhigen Wohngebieten. Links am Gasthaus Linde vorbei fährt man schnurstracks durch die Lindestraße zurück zum Ufer.

Achten Sie auf die Hinweisschilder zur Insel Werd, sonst sind Sie schneller daran vorbei als es lieb sein dürfte.

Räder bitte auf dem Festland abstellen!

Vom Inselsteg sind es nur noch wenige Meter bis zur Brücke nach Stein am Rhein.

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