40 Jahre Bodensee-Radweg

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40 Jahre Bodensee-Radweg

Schon vor weit über hundert Jahren haben die Radsportvereine der Bodenseeregion dazu eingeladen, den Bodensee mit dem Fahrrad zu umrunden. Dies war jedoch aufgrund ungeeigneter Radwegeinfrastruktur gar nicht so einfach und so wuchs nach und nach die Erkenntnis, dass es für die Umrundung des Bodensee mit dem Rad einer einheitlichen Wegführung bedürfe…

Doch wie kam es dazu?

Alles begann mit Wilfried Franke, welcher 1983 nach seinem Geographie-Studium eine Anstellung beim Landratsamt des Bodenseekreises bekommen hatte. Das Thema Umweltfreundlichkeit lag ihm schon damals am Herzen und so engagierte er sich für die Entwicklung eines grenzüberschreitenden Radverkehrs in der Bodenseeregion.

Die Aufgabenstellung

Die Internationale Bodensee Konferenz (IBK) griff im November desselben Jahres die Initiative Frankes auf und erteilte der Verkehrskommission den Auftrag, eine geeignete Routenführung für die Seeumrundung zu erstellen.

Die Aufgabenstellung war definiert: „Geeignete Radwegstrecken für Freizeitfahrer sollen am See oder in Aussichtslage vorgesehen, über Grenzen abgestimmt und nach und nach verwirklicht werden, damit ein attraktiver und auf andere Interessen (Fußgänger, Naturschutz usw.) Rücksicht nehmender Radrundweg entsteht.“

 

Gesagt, getan. Zum Projekt zählten unter anderem die Etablierung eines einheitlichen Signalisierungskonzept, eine Radwegkarte und die Aufgabe verschiedene Organisationen an einen Tisch zu bringen.

Die Arbeitsgruppe unter der Leitung von Hans-Peter Grünenfelde hatte viele Hürden zu überwinden, gab es doch in jedem Anrainerland unterschiedliche Standards und Vorschriften für Radwege, deren Ausbau, Kennzeichnung und Haftungen, doch fünf Jahre nach Auftragserteilung war es schließlich soweit:

„Drei Staaten – ein Radweg“

titelte der Südkurier am 7. Mai 1988. Ein einheitliches Symbol eines stilisierten Radfahrers mit seeblauem Hinterrad wies nun den Weg rund um den Bodensee.

Knapp 200 Kilometer maß der nun einheitlich beschilderte und über die Staatsgrenzen hinweg durchgängig befahrbare Bodensee-Radweg, der damals noch „Seeradweg“ hieß.

Der Steinacher Bürgermeister Guido Wüst lobte anlässlich der öffentlichen Vorstellung der Route die „ungewöhnlich gute Zusammenarbeit bei der Lösung der Probleme des Radtourismus am See“ mit allen Behörden, Planern und Polizei über die Grenzen hinweg. Die Radwege seien nur sinnvoll, wenn sie an den Länder- und Staatsgrenzen nicht enden. „Erst dann kann der Bodenseeraum in seiner ganzen landschaftlichen Naturschönheit von den Freizeitradfahrern aufgenommen werden.“

 

… die neue Strecke nimmt rasch Fahrt auf

In den folgenden Jahren wurden weitere Teilabschnitte des Bodensee-Radwegs ausgebaut und verbessert, Straßenquerungen errichtet, Brücken gebaut, Engstellen beseitigt und die Routenführung um den ganzen See erweitert.

War der Bodensee-Radweg 1988 nur etwa 200 km lang gewesen, so umfasste sieben Jahre (1995) später die Route rund um den Ober-, Unter und Überlinger See bereits ca. 300 km. Hinzu kamen Schleifen, z.B. zum Rheinfall bei Schaffhausen oder ins vorarlbergisch-schweizerische Rheintal, welche auch das Umland mit einbezogen.

Auch das Schiff spielte ab hier eine zentrale Rolle, führte die Zusammenarbeit mit den Schifffahrtsunternehmen doch erst dazu, dass die Umrundung als Freizeit-Erlebnis wahrgenommen und auch für jedermann machbar wurde.

Rund 2000 Radfahrer pro Tag waren damals bereits auf dem Bodensee-Radweg unterwegs, 2006 zählte der Südkurier schon „380.000 Radler auf [der] See-Tour.“ Der Bodensee hatte sich zu einer der beliebtesten Radregionen Europas entwickelt. Bis heute rangiert die Bodenseeregion in den TOP-Ten der europäischen Radregionen auf den vorderen Plätzen.

Der Radweg wird ausgezeichnet

Der große Erfolg des Bodensee-Radweges veranlasste die beteiligten Tourismusverbände, eine Zertifizierung des Bodensee-Radweges nach den Standards des ADFC anzustreben. Im Juni 2015 lag der Abschlussbericht des ADFC vor: der Bodenseeradweg konnte mit 4 Sternen zertifiziert werden und hat diese Auszeichnung bis heute bewahrt.

Im Jahr 2016 wurde die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Bodensee-Radweg gegründet, die fortan für die Zertifizierung und die Aufrechterhaltung der Infrastruktur zuständig war.

2021 wurde dieser ARGE ein Koordinator vorangestellt: Alexander Weimer betreut seitdem als „Kümmerer“ den Bodensee-Radweg mit den Aufgaben des Qualitäts-, Koordinations- und Netzwerksmanagements. Er ist auch erster Ansprechpartner bei Fragen rund um das Fahren auf der länderübergreifenden Radtour.

Informationen zu Veranstaltungen rund um das Jubiläum, werden in kürze veröffentlicht.