Etappe 4: Lindau – Rorschach

Lindau Bodensee-Radweg

Start: Lindau, Bahnhof/Hafen
Ziel: Rorschach, Bahnhof/Schiffsanleger
Anforderungen: ca. 38 km, ca 20 Höhenmeter
Verlauf: Lindau – Bregenz – Hard – Fußach – Gaißau – Rheineck – Rorschach

Karte Bodensee-Radweg Etappe 4

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Lindau

882 erstmals erwähnt, ist Lindau mit 0,68 km² die größte Insel im Obersee und eine der bekanntesten, wenn nicht die bekannteste Stadt am Bodensee.

Die Wahrzeichen der Inselstadt sind die links der Hafeneinfahrt postierte Statue des Bayerischen Löwen und der gegenüberstehende Leuchtturm. Von seiner Plattform in der luftigen Höhe von 33 Metern bietet sich ein großartiger Blick auf das bunte Treiben im und um den Seehafen und bis weit über die Dächer der Altstadt zur einen und den Bodensee und die Alpen zur anderen Seite.

Besonders die Alpensicht bietet von hier eine ganz neue Perspektive, denn erstmals sieht man in das breite, von hohen Bergen flankierte Rheintal bis weit in die Alpen hinein.

Ein weiterer Pflichtbesuch in Lindau gebührt dem Alten Rathaus, mit besonders prächtigen Wandmalereien auf der abgewandeten Seite zur Maximilianstraße. Durch diese wichtigste Achse der seit 1976 unter Denkmalschutz stehenden Altstadt und in die Cramergasse führt ein netter Bummel durch die Fußgängerzone zum Markplatz und Kirchplatz.

Dort stehen neben dem mit massiv-plastischer Fassadenmalerei verzierten Haus „Zum Cavazzen“ die Doppelkirchen St. Stephan und Münster ULF.

Letztere ist von Sagen umwoben. So ging während ihrer Bauphase nicht alles mit rechten Dingen zu. Der Teufel in Gestalt eines Jünglings half mit übernatürlichen Kräften und wie stets nicht ohne eine ordentliche Portion Eigennutz mit. Und natürlich wurden auch hier die Bedingungen seiner aufopfernden Hilfe gebrochen, just als der Bau vor seiner Vollendung stand.

Wieder in aller Munde kam die Sage 1728, als die Kirche samt Stiftsgebäuden in Brand geriet, wie auch 1922. Jüngste Entwicklung der unheimlichen Geschichte war der Einsturz des Dachgewölbes vor rund 20 Jahren.

Als umstritten gilt die Datierung der sogenannten Heidenmauer, einer kolossalen, blockförmigen Befestigungsmauer gegen das Festland. Die ursprüngliche Annahme sie der Römerzeit und damit den heidnischen Romanen, Italikern oder Langobarden zuzuordnen ist durch in jüngerer Zeit zu Tage geförderten Hinweisen, die auf mittelalterliche Ursprünge hindeuten, widerlegt worden.

Wieder in Richtung Hafen und Bahnhof laufend, passiert man am Schrannenplatz die Kirche St. Peter, in deren Innenräumen die einzig noch erhaltenen Fresken von Hans Holbein zu sehen sind. Zurück am Hafen lohnt noch ein Besuch des Mangturms, dem ehemaligen Leuchtturm aus dem 13. Jahrhundert.

Wegbeschreibung

Vom Bahnhofsplatz leiten die Zeppelinstraße und die Zwanzigerstraße Radfahrer im Halbkreis um die Altstadt herum zur östlichen lnselzufahrt, die über die viel befahrene Straßenbrücke zum Festland zurückführt.

Ein wenig Vorsicht ist hier durchaus angebracht.

Jenseits der Brücke führt rechts ein Radweg an der Bregenzer Straße entlang bis zur Eisenbahnlinie. Noch vor den Gleisen rechts ab und fortan zielstrebig rechts entlang der Bahnlinie in Richtung Österreich fahren.

An der Leiblachbrücke wird ohne es zu merken die Grenze passiert.

Noch ein Stück weiter geht es an der kleinen Gemeinde Lochau vorbei.

Stets auf dem Radweg zwischen Bundesstraße und Bahnlinie auf der einen Seite und dem Seeufer auf der anderen umrundet die strecke die weit geschlungene Bucht in Richtung Bregenz.

Unterwegs bietet der schmale Uferstreifen am Fuß der mächtig aufragenden Bergflanke des 1064 Meter hohen Pfänders erstaunlich viele und hübsche Möglichkeiten zum Baden.

Besonders beliebt bei den Bregenzern ist das ehemalige Militärbad „Milli“. Die hölzerne Badehauskonstruktion steht am schönsten Fleck der Bregenzer Bucht und bietet einen weiten Blick über den ganzen Bodensee bis nach Konstanz – vorausgesetzt man ergattert einen Platz.

Wegbeschreibung

Der markierte Radweg lässt Bregenz eigentlich sprichwörtlich links liegen und führt stets zwischen Ufer und Bahnlinie weiter bis zur Seebühne der Bregenzer Festspiele.

Trotzdem lohnt es sich ein wenig Zeit für die Stadt selbst einzuplanen. Dazu verläßt man an der Seemole 8 den Radweg, überquert die Gleise und fährt die Rathausstraße in Richtung Innenstadt.

Bregenz

Bregenz ist weitaus mehr als nur die Landeshauptstadt von Vorarlberg.

Es ist auch das kulturelle Zentrum am See und insbesondere für die alljährlich im Juli und August stattfindenden Bregenzer Festspiele weltberühmt.

Auf der fest verankerten Bühne am Bodenseeufer werden in einem alle 2 Jahre wechselndem Programm Musicals, Opern und Operetten aufgeführt.

Wie so viele Siedlungen am Bodensee geht auch Bregenz auf eine römische Siedlung zurück.

Der wichtige Militärhafen „Brigantium“ wurde nach 275 Jahren Bestand im Jahr 260 n. Chr. von den anstürmenden Alemannen in Schutt und Asche gelegt, anschließend aber wieder aufgebaut.

Eine wichtige Hafen- und Handelsstadt, wenn auch nicht mehr kriegerisch, ist Bregenz bis heute geblieben.

Jenseits der Bahnlinie breitet sich die geschäftige Unterstadt aus. Fußgängerzonen, Kaufhäuser, Boutiquen und typische Kaffeehäuser mit ein wenig „Wiener Schmäh“ machen Bregenz zu einem beliebten Ziel von Shoppingwilligen.

Besonders markant aus der Silhouette der Stadtfront ragt das Kunsthaus Bregenz hervor. Das Zentrum für moderne Kunst wurde vom bekannten Schweizer Stararchitekten Peter Zumthor in den Jahren 1990 bis 1997 errichtet.

Die Fassade des würfelförmigen Gebäudes ist rundherum durchgehend mit geätzten, mattierten Glasscheiben verkleidet, die eine zweischalige Vorhangkonstruktion bilden. Zwischen der äußeren Glasfassade und dem eigentlichen Gebäude sind farbige Leuchtstoffröhren angebracht, die das Gebäude nachts bunt von innen heraus strahlen lassen.

Für Radfahrer schwerer zu erreichen ist die historische Oberstadt.

Die engen Gassen und malerischen Winkel unter der Zwiebelhaube des Martinsturms sind auf einem Bergvorsprung des Pfänders hoch über dem See erbaut.

Pfänder

Wer früh genug in Bregenz ist oder gar in einem der schmucken Stadthotels über Bregenz nachtet, kann am Morgen mit der gläsernen Kabinenbahn auf den Pfänder fahren und sich auf diversen Strecken vom höchsten Berg am Bodensee wieder zu Tal rollen lassen – gute Bremsen vorausgesetzt!

Oben am Pfänder locken neben der phänomenalen Aussicht ein kleiner kostenloser Wildpark mit heimischen Tieren und eine Greifvogelflugschau.

Wegbeschreibung

Vorbei an der Seebühne radelt man vom Bregenzer Hafen aus der Stadt heraus.

Mit Sicht auf den Gebäudekomplex von Kloster Mehrerau, einem der bedeutendsten Zentren des Zisterzienserordens, führt eine angenehm ruhige und beschauliche Strecke am Seeufer entlang und an Campingplätzen und Strandbädern vorbei bis zur Mündung der Bregenzer Ach.

Der tief aus dem Herzen des Bregenzer Waldes kommende Bergbach zeigt sich je nach zuvor herrschender Witterung mal wild schäumend oder mal träge dahin plätschernd. An ihm entlang geht es vom See weg in Richtung Landesinnere, bis die Straßenbrücke die Überquerung ermöglicht.

Auf der anderen Bachseite geht es dann zum Seeufer zurück und im Bogen um die Gemeinde Hard herum bis zu den Rheinkanälen.

Um dem Wildwasser des Alpenrheins Herr zu werden hat man den Rhein kanalisiert. Somit hat man zwar die mehrmals im Jahr aufgetretenen Hochwasser unter Kontrolle bekommen, dafür ist die Fließgeschwindigkeit des Flusses so stark angestiegen, dass er mehr Sedimente denn je in den See befördert, was man besonders gut vom Pfänder aus an den langgezogenen Lehmfahnen des Rheindeltas beobachten kann.

Auf der Straße geht es über den Kanal der Dornbirner Ach, über den Lustenauer Kanal und schließlich über den eigentlichen Rhein hinweg ins Örtchen Fußach.

Gleich nach der Brücke zweigt die Dorfstraße rechts ab 0 und führt zur Fußacher Kirche. An dieser vorbei und in der Fortsetzung auf der Hinterburg- und Rohrstraße wieder aus der Gemeinde heraus.

Deutliche Hinweisschilder kündigen das nahe Naturschutzgebiet Rohrspitz an.

Rohrspitz

Als Rohrspitz wird eine nahezu unberührte Landschaft des Rheindeltas bezeichnet. Zwischen Fußach, Höchst und Gaißau hat der Rhein ein weiträumiges Mündungsgebiet hinterlassen, das vom neuen (kanalisierten) Rhein, dem Bodensee und dem Alten Rhein eingerahmt wird. Als Rückzugsgebiet für seltene Pflanzen und Tiere genießt das Naturschutzgebiet Rheindelta besonderen Schutz. Um die hier ansässigen Vögel, wie verschiedene Reiher, darunter auch zahlreiche Silberreiher, Möwenarten und Brachvögel nicht zu verjagen wurde jeglicher Autoverkehr unterbunden: Dank der Maßnahme wurde der ganzen Region eine unnachahmliche Ruhe beschert.

Wegbeschreibung

Vom Campingplatz und Gasthof am Rohrspitz führt ein asphaltiertes Sträßchen in vielen Kurven und Windungen durch die herrliche Riedlandschaft in Richtung Höchst.

Kurz vor den ersten Häusern zweigt die Route rechts ins Gaißauer Ried ab und hält zielstrebig auf die österreichisch-schweizerische Grenze zu.

Die einzige Rheinüberführung befindet sich im zwei Kilometer südöstlich gelegenen Gaißau.

Stets auf dem Damm radelt man bis zur Brücke mit dem Zollamt.

Über den Alten Rhein geht es parallel zur stark frequentierten Straßenbrücke über einen neuen Steg für Fußgänger und Radfahrer hinüber in die Schweiz.

Rheineck

Rheineck ist die erste Schweizer Stadt jenseits der Grenze. Noch im Mittelalter lag sie am Seeufer, das heute mehr als drei Kilometer vom Bodensee entfernt ist.

Der Rhein hat im Lauf der Jahre soviel Geröllabraum aus den Alpen angespült, dass sich die Uferlinie derart weit entfernt hat.

Schön sind die für die Ostschweiz typischen mehrgeschossigen barocken Häuserfronten und das 400 Jahre alte Rathaus.

Gekrönt wird das hübsche Häuserensemble von einer kleinen Burgruine über der Stadt.

Zudem befindet sich am Bahnhof die Talstation der Zahnradbahn ins hoch über dem Tal gelegene Kurhotel Walzenhausen.

Der offizielle Radweg führt nicht nach Rheineck hinein, jedoch kann man mittels einer fahrbaren Unterführung am Bahnhof ins Städtli hinüber fahren.

Wegbeschreibung

Der Bodensee-Radweg führt indes stets mal asphaltiert, dann wieder unbefestigt zwischen den Auenwäldern am Alten Rhein und der Autobahn flussabwärts in Richtung Bodensee.

Vier Kilometer nach der Grenzüberfahrung entfernt sich der Weg vom Altarm des Rheins und wechselt zu den nahen Häusern von Altenrhein hinüber.

Im Ort links abbiegen, nördlich am Flughafen entlang zur Kirche fahren, wiederum links abbiegen und bis zur Markthalle Altenrhein weiter radeln. Das bizarre Bauwerk entstand ganz offensichtlich nach Plänen von Friedensreich Hundertwasser.

Hier rechts abbiegen, die Güterbahn überqueren und links haltend am See entlang zur B13 fahren. Diese und die Bahnlinie nach Blatten überqueren. Sogleich rechts abbiegen und so lange entlang der Bahnlinie fahren, bis eine Brücke noch vor der Trasse der Zahnradbahn nach Heiden Gelegenheit gibt, wieder zur B13 zurück zu fahren.

Hier scharf rechts abbiegen und über die Bahnlinie der SBB und die Bundesstraße queren. Rechts der vielbefahrenen Straße geht es auf einem Radweg ein Stück in Richtung Innenstadt, dann wieder ganz nah am See und schließlich an der Bahnlinie entlang bis zum Hafen und ins Zentrum von Rorschach.

Variante: Bei Buriet wird gut zwei Kilometer nach dem Grenzübertritt die Autobahn unterquert.

Durch Felder geht es in den kleinen Ort hinein. Der Radweg verläuft von hier an parallel mit der Schweizer Rheinroute Nr. 2 und isttrotzdes etwas verwinkelten Routenverlaufs leicht zu finden. An der Hauptstraße kurz links, bald nach der Bahnunterführung aber wieder rechts in die Hegistraße.

Vorbei an Gehöften und Gartenanlagen geht es aus Buriet hinaus, wieder unter der Autobahn hindurch und sofort danach links in den Gruebenweg. An Weinbergen entlang fährt man nun zum nächsten Ort Buechen.

Von der Kirche in der Ortsmitte geht es links haltend durch die Wilenstraße leicht bergauf zum Schloß Wartegg und daran vorbei wieder bergab in Richtung Rorschach und zurück zur Hauptroute.

Auszug aus unserem Buch

Alle 8 Tagesetappen und alle 5 Ausflüge sind in unserem Buch dargestellt. Hier können Sie einen Blick auf die Seiten zur hier beschriebenen Etappe werfen.

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